Sie nutzen einen Seecontainer für den Straßen- oder Seetransport? Dann benötigen Sie ein spezielles Sicherheitsdokument, das sogenannte CSC-Zertifikat, bevor es losgehen kann. In diesem Leitfaden erklären wir die Grundlagen der CSC-Zertifizierung – von den technischen Anforderungen über die Prüfkriterien bis hin zu den Möglichkeitenfür die Verlängerung.
Was ist eine CSC-Zertifizierung?
Ein CSC-Zertifikat ist eine Sicherheitszertifizierung, die bestätigt, dass Ihr Container alle Sicherheitsanforderungen der International Maritime Organization (IMO) erfüllt. Jeder Container, der für den Straßen- oder Seetransport eingesetzt wird, muss über ein gültiges CSC-Zertifikat und eine gültige CSC-Plakette verfügen, bevor er transportiert wird.
Die Abkürzung CSC steht für „Convention for Safe Containers” (Internationales Übereinkommen über sichere Container), ein 1972 von der IMO geschaffenes und kodifiziertes Regelwerk. Das Übereinkommen legt fest, welche Eigenschaften ein Container aufweisen muss, um die Sicherheit der Personen zu gewährleisten, die mit diesen Containern arbeiten. Durch die Schaffung eines einheitlichen globalen Standards trägt das Übereinkommen zudem dazu bei, regionale Unterschiede zu vermeiden und ermöglicht so den sicheren, intermodalen Transport von Fracht weltweit.
Anforderungen an die CSC-Zertifizierung
Um eine gültige CSC-Zertifizierung zu erhalten, muss ein Container gründlich von einem entsprechend qualifizierten CSC-Prüfer untersucht werden. Damit ein Container diese Prüfung (auch „ CSC-Survey“ genannt) erfolgreich besteht, muss er:
- vollständig wind- und wasserdicht sein, ohne Löcher oder Stellen, an denen bei geschlossenem Container Licht oder Wasser eindringen kann
- in einer Reihe von Festigkeitstests als strukturell einwandfrei (ladungs-/seetüchtig) eingestuft werden, wodurch bestätigt wird, dass der beladene Container sicher für eine Seereise gestapelt werden kann

Ein Container, der die CSC-Zertifizierung besteht, muss anschließend mit CSC-Plaketten versehen werden, die belegen, dass er sicher für den intermodalen Transport genutzt werden kann. Ein Container, der die Prüfung nicht besteht, kann weiterhin zur Lagerung verwendet werden, darf jedoch nicht im intermodalen Transport eingesetzt werden.
Was sind CSC-Plaketten?
CSC-Plaketten, auch „Sicherheitsplaketten” genannt, werden in der Regel bereits bei der Herstellung fest am Container angebracht. Sie befinden sich in der Regel außen an der linken Tür des Containers. CSC-Plaketten enthalten wichtige Daten zum Lebenszyklus und zu den Eigenschaften und zur Zulassungdes Containers, darunter:
- Name des Herstellers & Herstellungsdatum
- Eindeutige Identifikations- und Zulassungsnummern
- Maximales Bruttogewicht
- Zulässige Stapellast
- Racking-Testlastwert
- Datum der nächsten Prüfung (falls zutreffend)
- Nummer des zugelassenen Continuous Examination Programme (falls zutreffend)
Um den Anforderungen des Übereinkommens zu entsprechen, müssen CSC-Plaketten dauerhaft, korrosionsbeständig und feuerfest sein, mit kontrastreicher, gestanzter oder geprägter Beschriftung. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Bestandteile einer CSC-Plakette stellt das Bureau for International Containers (BIC) bereit; die Übersicht finden Sie weiter unten.

Intermodale Terminals akzeptieren keinen Container mit ungültigen, unvollständigen oder fehlenden CSC-Plaketten. Es liegt in der Verantwortung des Eigentümers bzw. Betreibers des Containers, sicherzustellen, dass der Container vor dem Abfahrtsdatum über gültige CSC-Plaketten verfügt.
So erhalten Sie eine CSC-Zertifizierung
Um eine CSC-Zertifizierung zu erhalten, müssen Sie mit einem zugelassenen CSC-Prüfer zusammenarbeiten. Dieser führt eine gründliche Untersuchung aller Bestandteile Ihres Containers durch, einschließlich einer detaillierten Inspektion der Unterseite. Da dieser Teil der Prüfung Zugang zur Unterseite des Containers erfordert, finden CSC-Prüfungen häufig in entsprechend ausgestatteten Depots, Reperaturwerkstätten oder Hafenanlagen statt, in denen Container sicher mit einem Gabelstapler oder Kran angehoben werden können. Wenn Sie Ihren Container nicht selbst vor Ort anheben können, empfiehlt es sich, die CSC-Prüfung vor der Anlieferung durchführen zu lassen.
CHS Container Group führt CSC-Prüfungen in unserer eigenen Werkstatt in Bremen durch. Die speziell ausgestattete Anlage verfügt über alle notwendigen Ressourcen und Fachkräfte, um CSC-Prüfungen direkt durchzuführen und so Kosten und Durchlaufzeit für die Zertifizierung Ihres Containers zu reduzieren.
Verlängerung der CSC-Zertifizierung
Es gibt zwei Möglichkeiten, die erforderliche CSC-Zertifizierung eines Containers aktuell zu halten: das Periodic Examination Scheme (PES) oder das Approved Continuous Examination Programme (ACEP).
Für die Teilnahme am Periodic Examination Scheme muss Ihr Container:
- innerhalb von fünf Jahren nach dem Herstellungsdatum seine erste CSC-Prüfung durchlaufen.
- anschließend spätestens alle dreißig Monate erneut geprüft werden.
- das Datum der nächsten Prüfung (Next Examination Daten, NED) deutlich auf der CSC-Plakette ausweisen.
Für die Teilnahme am Approved Continuous Examination Programme (ACEP) muss Ihr Container:
- bei jeder Inspektion in einer Reparaturwerkstatt eine CSC-Prüfung durchlaufen.
- bei jeder durchgeführten Reparatur eine CSC-Prüfung durchlaufen.
- die ACEP-Programmnummer deutlich auf der CSC-Plakette ausweisen.
Die meisten großen Reedereien und Containervermieter entscheiden sich für das ACEP-Prüfschema, da es sich in großem Maßstab leichter nachverfolgen und umsetzen lässt. Unabhängig vom gewählten Prüfschema gilt: Erleidet ein Container einen Schaden, der seine strukturelle Integrität oder Sicherheit beeinträchtigt, muss er außer Betrieb genommen werden, bis er fachgerecht repariert und neu zertifiziert wurde.
CSC-Zertifizierung: Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet eine CSC-Zertifizierung?
Die Kosten einer CSC-Zertifizierung hängen unter anderem vom Standort, Zustand des Containers und Umfang der erforderlichen Prüfung ab. Für konkrete Preise sprechen Sie uns gerne direkt an.
Kann ich einen neuen (One-Trip-)Container für den intermodalen Transport nutzen?
Ja, sofern der Container über eine gültige CSC-Zertifizierung verfügt. Neue bzw. One-Trip-Container sind Einheiten, die in der Regel nach ihrem ersten Transport verkauft werden.
Kann ich einen IICL-Container für den intermodalen Transport nutzen?
Ja, sofern eine gültige CSC-Zertifizierung vorliegt. IICL-Container, auch Multi-Trip-Container genannt, sind gebrauchte Einheiten, die nach dem hohen Standard des Institute of International Container Lessors (IICL) für eine verlängerte Nutzungsdauer bewertet bzw. Instand gehalten werden.
Kann ich einen ladungstüchtigen (cargo-worthy) Container für den intermodalen Transport nutzen?
Ja, sofern eine gültige CSC-Zertifizierung vorliegt. Cargo-worthy-Container sind gebrauchte Einheiten, die sich weiterhin für den Frachttransport eignen.
Kann ich einen wind- und wasserdichten Container für den intermodalen Transport nutzen?
Nicht automatisch. Die Beschreibung „wind- und wasserdicht” beschreibt in erster Linie den Zustand des Containers hinsichtlich seiner Dichtigkeit. Sie bestätigt nicht, dass der Container die strukturellen Anforderungen für den internationalen Transport erfüllt oder über eine gültige CSC-Zertifizierung verfügt. Solche Container werden daher häufig für Lagerzwecke eingesetzt.
Bietet CHS Container Group Schulungen zur CSC-Zertifizierung an?
Ja, CHS bietet kostenlose Schulungen zu verschiedenen container bezogenen Themen an, darunter auch zur CSC-Zertifizierung. Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.
